Stephan Josten

Die Metall Josten ist ein vom Eigentümer geführtes Unternehmen. Für Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten ist es daher wichtig, wie der Unternehmer sein Unternehmen sieht.

 

Wir haben Ihn daher einfach mal gefragt:

 

Wer ist die mejo Metall Josten Profiltechnik?

Die Metall Josten ist Lieferant von Aluminium-Profilen und Verbundwerkstoffen. Seit 1932 beschäftigen wir uns mit dem Werkstoff und vor allem dem Strangpressen.  Seit ungefähr 1997 gehört zu unserem Sortiment auch die Wabentechnologie. Wir sind hier z.B. der größte Händler für ALUCORE® in Deutschland. Das bedeutet: lagergeführte Wabenplatten mit Schneidcenter.

 

Sind Sie Handel?

Ja und Nein.

Ja, weil wir ursprünglich aus dem Handel kommen. Da sind wir groß geworden und mit dem Handel kennen wir uns aus. Wenn sie keine Handelserfahrung haben, dann können sie nicht weltweit einkaufen. Dann werden sie verrückt.

Nein, weil wir keine Briefträger mehr sind. Dazu ist die Menge der einzelnen Produktgruppen zu groß geworden. Das können Sie nur noch bewältigen, wenn Sie direkten Zugriff haben. Das gilt natürlich nur für das Profil.

 

Was ist der Kern unserer Marke?

Wir sind Profile. Das machen wir seit mehr als 85 Jahren. Das beherrschen wir in allen Facetten dieses Geschäfts. Sei es das Sonder- oder das Standardprofil. Diese Basis hat uns erlaubt, die Marke MEJO weiterzuentwickeln auf die Marken No Name Solar® und No Name Konstruktion®.

 

Warum heißen Ihre eigenen Profile „No Name“?

Kennen  Sie noch diese gelb-schwarzen Kondensmilch Dosen aus den 80'ern mit dem dicken Logo „No-Name“? Das gab es auch für Chips, Kekse und Cola. War absolut Klasse und jeden Pfennig wert.

Ich habe 2010 ein Angebot für eine Solaranlage für unser Zentrallager  in Düsseldorf geprüft  und das Angebot auf die einzelnen Bestandteile hin aufgeschlüsselt. Sie müssen wissen, dass aus unseren Produktionen 2009 fast 18.000 Tonnen Aluminiumprofile in die Solarindustrie und vor allem für Unterkonstruktionen geliefert wurden. Für diese Unterkonstruktion sollte ich damals nun fast das Dreifache für meine eigenen Schienen zahlen. Da war ich ziemlich sauer und mir kam die Idee, eine Montageschiene mit Kondensmilch zu vergleichen.  So wurden „No Name Solar“ und „No Name Konstruktion “ geboren.  Preiswerte, zum Industriestandard kompatible Profile ohne Systemzwang. Direkt vom Presswerk. 

 

Warum sollte jemand bei der Metall Josten Profile kaufen?

Weil wir ein Profil zur passenden Presse bringen.  Wir gucken nicht was wir haben, sondern wo es passt.

 

Das machen andere doch auch!

Eben nicht. Wenn Sie heute zu einem Presswerk gehen, dann gucken die, wie man das Profil am besten auf die vorhandenen Anlagen anpassen kann. Ist auch verständlich, weil Anlagen müssen laufen.  Unterm Strich steht dann aber meist ein Kompromiss, den der Kunde im Vorfeld nicht sehen kann. Zum Beispiel  hat jede Presse ein optimales g/m Gewicht für ein Profil.  Wenn ich das nicht erfülle, muss ich im Mehrlochverfahren arbeiten und erzeuge dadurch höhere Komplexität und höhere Werkzeugkosten als nötig.

Was wir können ist die Zuordnung des Profils auf die beste Presse und nicht nur die „Passendmachung“ auf verfügbare Anlagen. Wir verkuppeln die richtige Presse mit dem vorhandenen Profil - nennen Sie uns einfach das „Parship“  der Strangpresser.

Wir gucken zum Beispiel  wer von unseren Partnern eine Presse hat, die für das geforderte g/m Gewicht optimal ist. Bei 30 Strangpressen im Zugriff ist das problemlos machbar. Oder warum sollte ich dicke Stangen bei einem Hersteller für leichte Bauprofile pressen lassen?  Der kann es zwar eventuell pressen, aber er hat nicht die notwendigen Reckanlagen um die Spannungen rauszubekommen, oder er hat keine Wasserkühlung, welche für bestimmte Legierungen und Zustände zwingend ist. Den Ärger hat man dann später bei der Verarbeitung.  Den Profilen sieht man Gefügeprobleme nun mal nicht immer an.

 

Welche Erfahrung haben Sie?

Erfahrung ist hier das Wichtigste überhaupt. Erfahrung sammelt man durch probieren. Und das können Sie uns glauben: Wir haben über Jahrzehnte genug probiert. Wir wissen, wenn ein Presswerker mal wieder etwas mehr verspricht.  Ich selbst mache dies zum Beispiel bereits seit 1992 und das auf eigene Rechnung. Die Firma handelt mit Halbzeugen bereits seit 1932.

 

Es kommen immer mehr ausländische Werke auf den Markt und gehen deutsche Kunden an. Ist das ein Problem für Sie?

Wir bieten eine Auswahl von über 30 Pressen, deutsches Recht, eine Abwicklung vor Ort und eine „Klärungskompetenz“ von mehreren tausend Tonnen pro Jahr. Jeder Kunde muss seine Marktstärke kennen und selber entscheiden, was die letzten Cent Ersparnis wert sind.  

Jedem muß bewusst sein, dass ein Werk kontinuierlich Menge benötigt, besonders, wenn LKW über mehrere tausend KM fahren müssen. Halb leer fahren die auf Dauer jedenfalls nicht. Man sollte also die Fähigkeit besitzen, auf Dauer interessant für ein Werk zu bleiben – auch dann, wenn der Heimatmarkt in den Sommermonaten läuft und Kapazitäten für den Export knapper werden. Man kann viel versprechen, aber was zählt ist, war und bleibt Tonnage.

 

In der deutschen Presswerksindustrie geht der Trend zu Lieferung fertiger Endprodukte mit Produkt Knowhow. Man kombiniert also Entwicklungsleistung und Fertigung. Machen Sie das auch?

Es stimmt, dass fast alle deutschen Werke versuchen Fachwissen in bestimmten Märkten aufzubauen.  Die Jungs vergessen dabei aber eines: Der Kunde hat die Ahnung von seinem Produkt. Der will ein Profil und keinen, der glaubt alles besser zu wissen.  Natürlich macht es Sinn, wenn Sie sich als Automotive Zulieferer positionieren wollen, dass sie in der Lage sind, Prallstrukturen zu errechnen und zu simulieren. Sonst bekommen Sie ja keine Aufträge von denen. Oder wenn Sie sich auf Kühlkörper spezialisieren, dass Sie Kühlleistung ermitteln können. Aber auch ein Presswerk kann nur auf einer Hochzeit tanzen.

Was interessiert einen Kunden, der lediglich eine Maschine einhausen will, ein Stab von Fachleuten für Automotive-Anforderungen? Solange ein Kunde also nicht zu der Branche gehört, in der ein Werk Spezialist sein will, wird er für das bezahlen, was er nie nutzen wird - oder er wird im schlimmsten Falle  aus dem Kundenkreis geworfen. Die ehemaligen Industriekunden von Honsel werden sich erinnern.
 
Unsere Kundenstrukturen sind zu heterogen, als dass eine Knowhow Positionierung für mein Unternehmen sinnvoll ist. Kurz um: Ich kann Profile pressen und helfe gern bei der Entwicklung von Geometrien, aber ich will nicht Konkurrent meines Kunden werden.

 

Gibt es etwas was Sie nicht pressen können oder wollen?

Ich rate meinen Verkäufern zur Vorsicht bei Möbeln, Duschkabinen und Bilderrahmen. Hier klaffen Vorstellung und industrieller Alltag am meisten auseinander. Profile werden nun mal nicht von Feen und Elfen durch die Hallen getragen. Da arbeiten Jungs und Mädels die nach Menge bezahlt werden und entsprechend rauh geht es zu. Oberflächen müssen besonders für diese Branchen vorbehandelt werden. Versteht der Kunde das, ist alles OK. Versteht er es nicht, dann lassen wir die Finger davon. Das ist aber auch fast das Einzige.

 

Wo pressen Sie?

Wir greifen auf eine Palette von 30 Strangpressen mit Druckkräften zwischen 600 und 8000 Tonnen zu. Unsere Anlagen stehen in der Türkei, in Italien und China.

 

Sind das Ihre eigene Pressen?

Natürlich nicht. Wir haben schon genug damit zu tun, die Schichten auszulasten. Abbezahlen wollen wir die Anlagen nicht auch noch. Wir sind schuldenfrei, unabhängig und wissen das zu nutzen.

 

Was bieten Sie neben dem Profil?

Unser Leistungsprofil umfasst das gesamte Spektrum rund um das Aluminiumprofil und die Verbundplatte:

 

• Profil - Beratung

• Eloxal und Pulverbeschichtung

• Werkzeugbau

• Konfektionierung

• Herstellung und Vertrieb

• Lagerung

• Mechanische Bearbeitung

• Neutrale Lieferung

• Halbzeughandel

 

Sie sind spezialisiert auf Aluminium Strangpressprofile. „Wir sind Profile“ ist Kern Ihrer Marke. Wie passt Alucore® als Verbundplatte mit Wabenkern zu Ihnen?

Nach dem Tod meines Vaters 1992 hatte ich die Chance ein Praktikum bei der damaligen Alusuisse in Singen zu machen. Es war damals eine schwere Zeit, aber die Jungs und Mädels dort haben mich mit offenen Armen empfangen und machen lassen. Seit dieser Zeit vertreiben wir Alucore® und ich habe ein besonderes Verhältnis zur heutigen 3aComposites. Heute sind wir der größte Händler für die Platte in Deutschland und bieten ein umfangreiches Sortiment an Zubehörprofilen.  Für mich passt es daher optimal. 

 

Wenn Sie die Vorteile der Metall Josten Profiltechnik in einen kurzen Satz bringen müssen, was würden Sie sagen? 

 

Wir bringen Ihr Profil zur richtigen Presse.